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Sängerin möchte die Schule erhalten

SITTICHENBACH/MZ. „Damit hätten wir nicht gerechnet. Dass so viele Leute zu unserem Konzert kommen.“ Ungläubig sahen Manja Karl und Diana Hungsberg immer wieder zu Saaltür. Der Strom der Zuschauer, die das Benefizkonzert am Samstagnachmittag mit Schlagersängerin Anja Schröter erleben wollten, riss nicht ab. Andreas Fritsch an der Tageskasse kam kaum nach mit dem Kassieren.

Die ersten Anja-Fans warteten schon zwei Stunden eher auf dem Hof der Gaststätte „Zum fahrenden Musikanten“ in Sittichenbach, um nur ja gute Plätze im Saal zu ergattern. Etwa 400 Gäste – Erwachsene ebenso wie jede Menge Kinder – begrüßte Maritta Walther dann.

Die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule Osterhausen führte durch das muntere Programm, das mit einem gemeinsamen Auftritt eines großen Kinderchores begann, der gemeinsam mit Anja Schröter den bekannten Schlager „Schön ist es auf der Welt zu sein“ interpretierte. Niedlich der Auftritt der Zwerge aus der Kindertagesstätte „Gänseblümchen“ aus Osterhausen. „Diese Mädchen und Jungen wollen schließlich später auch die Schule im Ort besuchen“, so die Moderatorin.
Lampenfieber hatten auch die beiden Gruppen des neu gegründeten Tanztheaters der Grundschule. Angeleitet von Eltern erlernten die Mädchen und Jungen in den vergangenen Wochen moderne und flotte Tänze, die sie am Samstag zum ersten Mal öffentlich aufführten. Und auch die Elterntheatergruppe der Kindertagesstätte „Gänseblümchen“ hatte eigens fürs Benefizkonzert noch einen lustigen Sketch über den Schulalltag einstudiert. Normalerweise sind Märchen das Metier der Elterntheatergruppe, die seit vier Jahren besteht, und bei Festen der Tagesstätte auftritt.

Herzklopfen auch bei Routinier Anja Schröter: Sie stellte dem Publikum zwei taufrische Titel vor, die sie erst in der vergangenen Woche im Tonstudio aufgenommen hatte, nämlich: „Du brennst wie Feuer auf der Haut“ und „Ich wein dir keine Träne nach“. Die neuen Titel wurden mit ebenso viel Begeisterung aufgenommen, wie der bekannte „Mein Herz tanzt Samba“, mit dem Anja im vergangenen Jahr sieben Mal in Stefan Mross‘ Fernsehsendung „Immer wieder samstags“ auftrat. Dass Anja Schröter der Elterninitiative spontan zusagte, ein Benefizkonzert für die Grundschule Osterhausen zu geben, hat einen ebenso einfachen wie gewichtigen Grund: Anja lernte selbst einmal in Osterhausen und ihre jüngere Schwester besucht noch heute diese Grundschule. „Unser Dorf braucht seine Schule“, findet die junge Schlagersängerin.

„Eigentlich muss die Stadt Eisleben ja nur die Schulbezirke ändern, und den Einzugsbereich unserer Grundschule verändern. Dann hätte unsere Schule auf jeden Fall weiter Bestand, ohne dass eine andere Schule der Stadt gefährdet wäre“, so Moderatorin Maritta Walther. Und sie zitierte Reformator Martin Luther, von dem überliefert ist: „Wenn die Schulen zunehmen, dann steht es wohl im Land.“ Mit tränenfeuchten Augen nahm Maritta Walther den symbolischen Scheck aus den Händen von Anja Schröter entgegen. 1 885 Euro standen darauf schwarz auf weiß, die zum Schluss noch von der ortsansässigen Zahnarztpraxis Ouko auf 2 000 Euro aufgerundet wurde. Peter Reiter, Vorsitzender des Schulfördervereins und CDU-Stadtrat in Eisleben, versprach sich weiterhin für den Erhalt der Schule einzusetzen. „Wenn wir das nicht schon immer getan hätten, dann wäre die Schule schon vor Jahren einfach von der Stadt Eisleben geschlossen worden“, so Reiter.

„Falls es tatsächlich dazu kommen sollte, dass unsere Grundschule geschlossen wird, dann kommen die Gelder dieses Abends und alle anderen Spendengelder auf jeden Fall den Kindern hier zugute und werden für Klassenfahrten und Feste eingesetzt“, erklärte Maritta Walther den Anwesenden im Saal.

Beate Thomashausen

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung
Foto: Bernd Richter